Erleben Sie die Essenz Siziliens in nur einer Stadt: Capo d’Orlando

Capo d’Orlando Marina liegt in der zauberhaften Naturlandschaft von S. Gregorio, dem alten Fischerdorf östlich von Capo d’Orlando. Durch die Lage am tyrrhenischen Meer in der Nähe des Monte Nebrodi ist die Stadt Capo d’Orlando einer der bekanntesten Badeorte der Region. Wenn man von den Ufern in Capo d’Orlando den Blick in die Richtung der äolischen Inseln richtet, nimmt einem die Aussicht den Atem, die von einem blauen, klaren Meer dominiert wird, sich zwischen den Silhouetten des Vulkans und der Insel Lipari verliert, die beinahe aneinanderheften, bis sich Salina, Filicudi und Alicudi in der Ferne abheben. Die Meeresgründe sind voll wahrer Naturwunder und ein attraktiver Anreiz für alle Tauchbegeisterten. Die Region ist überhaupt für ihre Meeresschutzgebiete berühmt, ein Naturerbe, das auf der Insel gepflegt und gehegt wird, um die Erhaltung der noch unberührten Gebiete, in denen Flora und Fauna ungestört wachsen, zu gewährleisten.

Unmittelbar hinter Capo d’Orlando breitet sich der Parco dei Nebrodi aus, das größte Schutzgebiet auf Sizilien mit malerischen Dörfern und sanften Gebirgszügen, das Besucher zu einmaligen Ausflügen durch üppige Wälder, grüne Hochweiden, ruhige Seen und schnellfließenden Flüssen einlädt. Eine Landschaft, die im starken Kontrast zum ansonsten eher trockenen und ausgedörrten Sizilien steht. Knapp eine Autostunde trennen den Hafen von der „Mondlandschaft” des größten Vulkans Europas, dem Ätna, dessen Eruptionen atemberaubende Naturschauspiele erzeugen. Der Name Capo d’Orlando geht zurück auf die Zeit der Normannen, in Erinnerung an die angebliche Landung des Paladino Orlando an diesem Ort auf seinem Kreuzzug ins Heilige Land. Allerdings gibt es zahlreiche Abweichungen von der Geschichte der Stadt.

Unter dem Erbe der Vergangenheit befinden sich die Burgs-Bastion und das historische Heiligtum, und in nur etwa 3 km von der Stadt entfernt, wenige Meter abseits der Marina, liegen die Thermalbädern von Bagnoli, historische Einrichtungen aus dem vierten Jahrhundert vor Christus. Capo d’Orlando ist ein Knotenpunkt auf dem Weg zu den kunst- und Kulturzentren der großen Zivilisationen der Vergangenheit: im Westen liegen Cefalu und Palermo, Taormina und Tindari im Osten, Catania und Syrakus im Süden. Sizilien ist für die Fülle an archäologischen Kulturstätten sowie eines reichhaltigen Naturerbes in der ganzen Welt berühmt.

Ganz unmöglich ist es an dieser Stell, nicht auch die köstliche Inselküche zu erwähnen, zum Beispiel das Nudelgericht „Pasta con le sarde“ (Sardellen) oder die verschiedenen Gerichten der Region, die auf dem großen Fischangebot basieren. Um einen sizilianischen Klassiker, die Granita (gefrorene Süßspeise vergleichbar mit dem Sorbet) zu probieren, ist Messina zweifelslos die geeignetste Stadt. Hier findet man darüber hinaus Spitzen-Zuchterzeugnisse, wie die vom schwarzen Schwein sowie den Provola-Käse aus dem Nebrodi-Gebirge. Einen „Mehrwert” verschaffen auf der Insel insbesondere die Menschen dort, mit ihrer Willkommenskultur, einem Vermächtnis der Griechen und Araber, denen ihre Gäste als heilig galten. Capo d’Orlando ist eine sehr lebendige Kleinstadt, die erlebt werde will und hierzu ein reiches Veranstaltungsangebot vorweisen kann. Erwähnenswert sind ganz besonders das Festival ‚Little Sicily’, bei dem die sizilianische Exzellenz gefeiert wird, die sich auch hier in Kunst, Kultur, Tradition und Kunsthandwerk auf authentische Weise präsentiert.

Äolische Inseln: Vulkaninsel Stromboli

Das Äolische Archipel setzt sich aus sieben wunderschönen Inseln zusammen, die alle durch ihre wilde, unberührte Natur gekennzeichnet sind. Hier trifft der Besucher fortwährend auf immer wieder neue, atemberaubende Landschaftsbilder. Die berühmteste der Vulkaninseln des Archipels ist wohl Stromboli. Sie ist die nördlichste der Äolischen Inselgruppe, auf der der aktivste Vulkan Europas zu Hause ist. Vom Marine-Observatorium in Punta Labronzo sind die häufigen und spektakulären Eruptionen dieses Naturriesen gut sichtbar. Einige hundert Meter nordöstlich befindet sich der Strombolicchio-Felsen, der bei einer der frühesten Vulkanausbrüche auf den Äolischen Inseln entstanden ist und der jetzt mit einem wunderschönen Leuchtturm bebaut ist, der mit Sonnenenergie betrieben wird. Neugierige Besucher schätzen die landschaftlich schöne Strecke, die sich durch das Dorf Stromboli windet, zwischen alten Häusern im äolischen, essentiellem Baustil, der nach außen offen ist, bis man die Sciara del Fuoco, einem steilen Hang am Krater des Stromboli erreicht. Von hier können die Explosionen und der romantische Sonnenuntergang über dem Meer bewundert werden. Wer eine noch beeindruckendere Erfahrung machen möchte, der startet ein paar Stunden vor Sonnenuntergang am Kirchplatz San Vincenzo mit einer von lokalen Vulkanologen geführten Exkursion auf den Gipfel des Vulkans, und genießt das hervorragende Schauspiel der nächtlichen Eruptionen. Wenn heute die Fähre von Neapel herüber kommt, werden die Besucher – die Fähre kann an dem kleinen Beton-Landungssteg von Ginostra nicht anlegen – mit einem Bötchen (Carronte), samt Gepäck an Land gefahren. Bei dieser Art Ritual wiederholt sich so der Übergang vom hektischen Stadtleben in die absolute Entspannung auf dieser Inseln eins um andere Mal.

Äolische Inseln: Alicudi, die Natur heißt Sie willkommen

Ein Paragon der natürlichen Vielfalt dieses erstaunlichen Archipels ist zweifellos die Insel Alicudi, die nördlichste der Äolischen Inselgruppe. Sie befindet sich etwa 34 Seemeilen westlich von Lipari. Mit ihrer üppigen, wilden Vegetation bildetet die Insel den idealen Ort für Nanni Moretti, Referenz des italienischen Kinos (Palme d’Or der Filmfestspiele von Cannes), an dem er ,Caro Diario‘ gedreht hat. In diesem Film findet der Hauptdarsteller Zuflucht auf eben jener Insel, um sich dort von der Hektik des Stadtlebens zu regenerieren. Alicudi wird vom Filo dell’Arpa, einem erloschenen Vulkan (5 km2) dominiert. Er nimmt die gesamte Inselfläche ein. Von oben hat man eine unvergessliche Aussicht über die Meereslandschaft aus schwarzem, kristallenem Gewässer, – typisch für diese Gegend – auf dem Grund der Sciara del Fuoco, der den Blick idealerweise nach unten führt. Der Weg zum Gipfel beginnt an der im Bezirk San Bartolo, leicht vom Hafen zu erreichen. Auf der ersten Teilstrecke führt er durch teilweise unbebaute Terrassenfelder. Von dort weiter nach Piano Fucile, wo Zeugnisse einer prähistorischen Siedlung aus dem sechzehnten vor Christus erhalten geblieben sind. Ganz in der Nähe befinden sich das Timpone delle Femmine, eine natürliche Verschanzung, die einst als Zufluchtsstätte bei den Einfällen von Korsaren und Piraten dienten. Es ist ein langer und intensiver Fußmarsch, der aber mit einer Aussicht belohnt wird, wie man sie als Besucher nur in der wilden Natur von Alicudi erleben kann.

Der Ätna, die Stimme der Erde

Nicht weit von der Straße von Messina erhebt sich der größte Vulkan Europas, der Ätna. Als einer der höchsten der Welt wurde er im Juni 2013 in die Weltkulturerbeliste der UNESCO eingetragen. Durch die häufigen Eruptionen bei denen im Laufe der Geschichte immer wieder die Bevölkerung der Umgebung in Gefahr waren, haben das Landschaftsbild der umliegenden Gebiete bedeutend geformt und die mediterrane Flora und Fauna in eine faszinierende Mondlandschaft ähnliche Umgebung gewandelt. 1987 wurde in diesem Zusammenhang der Ätna Naturpark gegründet, ein Naturschutzgebiet von seltener Schönheit mit Wäldern, Wegen, Landschaften, den typischen Produkten, Städte von unschätzbarem historischen Wert. Für Naturliebhaber, Feinschmecker der regionalen Küche, Outdoor-Sportler und Reisende aller Art ist das Gebiet zu jeder Jahreszeit eines der beliebtesten Reiseziele. An den Süd- und Osthängen wird der Vulkan bis in eine Höhe von Tausend Metern über Null als Ackerfläche benutzt und ist zudem stark bevölkert. Auf der westlichen Seite ist der Berg eher wild und unfruchtbar. Ab einer Höhe von Tausend Metern trifft man Lavaströme (sciare), die in Form von Feuerzungen aus dem Vulkan in die Gewässer stürzen.

Die Nordseite wird von einer Waldlandschaft herrscht. Im Osten befindet sich dagegen die Landschaft des Valle del Bove, an dessem Rande dichte Wälder empor wuchern. Der Ätna ist stets Ziel für interessierte Ausflügler, die sich das Schauspiel der Eruptionen ansehen, insbesondere dann, wenn der Vulkan in der Nacht Lava spuckt, ist er besonders eindrucksvoll: der Lavafluss an den Hängen und das Aufspritzen beleuchten den Himmel, eine einzigartige Lichtshow dieser Art. Manchmal ist das Lichterspiel auch über dem vor den Äolischen Inseln sichtbar. Besucher können auch an speziellen Führungen teilnehmen und in Geländefahrzeugen unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen den Gipfelkrater in etwa 3000 m besuchen. Diese Ausflüge Starten an den Bergbahnen des Ätna südlich von Nicolosi. Ab einer bestimmten Höhe fühlt mach auch die Hitze des Vulkans an den Felswänden, mitten im Schnee! Im Winter, wenn Schnee die ganze Landschaft bedeckt, ist der Ätna ein gut ausgestattetes Skifahrgebiet, auch wegen des historischen ‚Rifugio Sapienza‘ bei Nicolosi, von wo man einen herrlichen Blick auf den Golf von Catania, der Acitrezza, dem Aci Castelo und dem Simeto Tal hat. Im Norden hat man von den Pisten von Piano Provenzana einen guten Blick auf Taormina und die Küste von Kalabrien. Besucher sollten sich auch unbedingt den Jahrtausende alten Kastanienbaum Cento Cavalli im Ätna-Park anschauen, er ist weithin als der größte Italiens bekannt. Man erzählt sich, dass sich dort eine Königin (möglicherweise Giovanna „die Verrückte“) mit hundert Rittern und edlen Damen, die bei einem Jagdausflug von einem Sturm überrascht wurden, unter den Ästen des Kastanienbaume Zuflucht fanden, mit dem gesamten zahlreichen Gefolge.

Monti Nebrodi, Aussichtsplattform Siziliens

Über viele Jahre wurde das Gebirge von den Anwohnern einfach Caronie genannt. Die Bezeichnung stammt von dem Dorf Caronia ab, dem zentralen Ort der Gegend. Aber der Name geht auf einen noch viel älteren Ursprung zurück und kommt aus dem griechischen Wort ‚nebros‘, das Rehkitz bedeutet. Die Monti Nebrodi bilden zusammen mit dem Peloritani-Gebirge im Osten und den Monti Madonie im Westen den Kern des Apennino Siculo. Mit Ausrichtung nach Norden zum Tyrrhenischen Meer und den Äolischen Inseln bilden sie ein natürliche Aussichtsplattform und zusammen mit dem Ätna, dem Fluss Alcantara und das obere Simeto-Tal markieren sie die südliche Grenze. Die Landschaft ist wegen der vielfältigen Reliefmodellierung extrem asymmetrisch und prägen dadurch ihr Bild. Verschönert wird dieses Szenario unter anderem mit einer reichen Vegetation und Feuchtgebiete, wodurch die Entwicklung der wilden Flora und Fauna begünstigt wird. Die Wälder, die die Berge überziehen, bilden den Nebrodi-Park, das größte Naturschutzgebiet Siziliens. Die Gewässer aus dem Nebrodigebirge fließen in die beiden großen künstlichen Seen: Ancipa-See und Pozzillo-See. Das Gebirgsmassiv ist eher seicht und die höchsten Gipfel erreichen keine 2000 m.

Die beste Jahreszeit zur Erkundung dieser Landschaften ist der Herbst, wenn die Wälder ihre Belaubung von Grün gegen eine große bunte Farbpalette wechseln. Und im Winter kann man in dieser fast dolomitischen Gebirgslandschaft Ski-Langlauf praktizieren. Das Frühjahr eignet sich dagegen für einen schönen und entspannenden Ausflug mit Schneeschuhen durch die Hochgebirgswälder vor der Kulisse der sizilianischen Meereslandschaft. Auch an kulinarischen Routen mangelt es nicht. Ganz im Gegenteil, um die Köstlichkeiten dieses Landes zu probieren, ist die ‚strada dei sapori‘ ein Muss – zumindest einmal – eine Essen- und Wein-Tour unter Beteiligung lokaler Betriebe, die darauf spezialisiert sind, die typischen Produkte der Nebrodi bereitzustellen. Ganz Sizilien unterlag in seiner Geschichte vielfach der Fremdherrschaft. Die Spuren sind unauslöschlich und zeigen sich noch heute in den Traditionen und der Kunst. Zeugin hierfür ist die Abtei von Santa Maria di Maniace an der Grenze zwischen den Gemeinden Bronte und Maniace. Die Struktur wurde im Jahr 1174 von Wilhelm II gebaut, und zwar auf ausdrücklichen Wunsch der Mutter, Margarete von Navarra, in Erinnerung an die blutige aber siegreiche Schlacht von Giorgio Maniace gegen die Araber im Jahr 1040.